Praxistest Canon EF 70-300mm 1:4-5,6 L IS USM – Das Reise-Zoom

Der (fast) perfekte Kompromiss für Fernreisen mit „leichtem“ Fotogepäck.

Ende 2011 führte mich eine Reise nach Costa Rica. 14 Tage Fototour durch Regenwald, auf Flüssen, mal mit Geländewagen, mal per Boot, zu Fuß.

Leichtes Gepäck sollte Hin- und Rückreise sowie die Touren vor Ort möglichst angenehm machen. Und da ich alleine unterwegs war, wollte ich auch nicht mit zu vielen einzelnen Gepäckstücken dabei haben. Allerdings sollten sich zwei Kameras im Gepäck befinden – zu ärgerlich wäre es, wenn auf einer solchen Reise die Kamera ausfällt (z.B. wegen hoher Luftfeuchtigkeit im Regenwald) und man steht ohne Ersatz da… Daher befand sich neben meiner Vollformatkamera Canon EOS 5D Mark II die leichtere, aber hinsichtlich AF-Performance und Serienbildgeschwindigkeit ungleich leistungsfähigere Canon EOS 7D im Gepäck. Glücklicherweise sind die Akkus die gleichen, es reichte ein Ladegerät.

Aber wo kann man Gewicht sparen, fragte ich mich wenige Tage vor der Abreise. Vielleicht bei der Auswahl der Objektive? Hatte Canon nicht gerade ein neues L-Telezoom eingeführt?Produkttest EF 70-300mm L IS USM

Bewährt hatte sich für Safaris in Afrika mein Canon EF 100-400mm f/4,5 – 5,6L IS USM – allerdings ist mit 1.380g kein Leichtgewicht und alles andere als kompakt gebaut. Und 2x hat sich der Imagestabilizer „verabschiedet“, der dann teuer in Krefeld bei Canon repariert werden musste. Das Canon EF 70-200mm f/2,8L IS USM wiegt mit 1.470g noch mehr, und ist aufgrund mangelnder maximaler Brennweite für die Tierfotografie auf Reisen kaum geeignet.

Es musste also ein weiteres Objektiv her, dass den besten Kompromiss zu folgenden Punkten versprach:

  • möglichst kompakt
  • möglichst leicht
  • optisch auf dem Niveau der vorhandenen L-Objektive von Canon
  • Spritzwasser- und staubgeschützt (u.a. wegen Touren durch den Regenwald)

Erst knapp ein Jahr zuvor hatte Canon das neue L-Objektiv vorgestellt, und die Rezensionen im Internet u.a. bei Amazon und dpreview.com waren hervorragend. So entschied ich mich, das Objektiv zu kaufen – und habe die Entscheidung nicht bereut!

Das Objektiv hat mich wirklich in jeder technischen Hinsicht (Ausnahme: der Preis) begeistert. Ich kann sagen, dass selbst bei offener Blende herausragend scharfe und kontrastreiche Aufnahmen entstehen! Bei einer Anfangslichtstärke von f/4 (bei 70mm) bzw. f/5,6 (300mm) ist die Offenblendenleistung auch ein wichtiger Punkt, denn weiteres Abblenden erzwingt bei schlechten Lichtverhältnissen eine entsprechend starke Anhebung der ISO-Werte.

Selbst im minimalen Nahbereich von 1,20m (!) erzielt es eine hervorragende Schärfe! Insektenaufnahmen wirken fast so, als hätte man sie mit einem 100mm Makro-Objektiv gemacht.

Costa Rica

Costa Rica

Und in der Dämmerung auf einem wackeligen Kanu macht sich der ausgezeichnete Imagestabilizer (4 Stufen) positiv bemerkbar.

Hier der Link auf die Fotos aus Costa Rica. Alle stärkeren Teleaufnahmen wurden mit dem 70-300L erstellt.

Das Objektiv hat sich gleichermaßen an der 7D wie auch an der 5D Mark II bewährt, und ist auch heute häufiger Begleiter bei Ausflügen kleinem Fotogepäck, z. B. am Wochenende mit der Familie oder bei einer Städtereise.

Leistungsstarkes Telezoomobjektiv

  • Objektiv der professionellen Canon L-Serie
  • Optischer 4-Stufen-Bildstabilisator
  • Zwei UD-Linsen
  • Spritzwasser- und staubgeschützt
  • Kreisrunde Blende mit 8 Lamellen
  • Schneller, geräuscharmer Autofokus
  • Geeignet für Stativhalterung (optional)

Gesamtwertung:

Eignung für „kleines Gepäck“: ♥♥♥♥♥

Tierfotografie: ♥♥♥♥(♥)

Landschaftsfotografie: ♥♥♥

Streetlife-Fotografie: ♥♥♥

Einsatzbereiche: ♥♥♥♥♥

Preis-Leistung: ♥♥♥♥♥

Preis ca. € 1.300,–

Weiterführende Links:

www.amazon.de