Ein (fotografisches) Highlight jeder Vietnamreise ist sicher ein Abstecher ins Mekong Delta. Die Hoffnung auf authentische Motive paart sich mit der Befürchtung, das vielleicht das Wetter nicht mitspielt, der Trip die Erwartungen nicht erfüllt oder gar die Ausrüstung versagt. Denn so oft wird sich diese Chance, einen der berühmten „Floating Markets“, eines Marktplatzes auf dem Wasser, bei denen die Waren auf Booten feilgeboten werden, nicht wieder ergeben.

Entsprechend hoch ist die Anspannung, als das Handy vor Sonnenaufgang um 4:45 Uhr klingelt, und wir pünktlich um 5:30 Uhr – ohne Frühstück – das private Boot unserer Unterkunft “Green Village 2” besteigen.

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Da die Unterkunft 8km vom Markt entfernt ist, war zunächst die Strecke dorthin zurückzulegen. Und das bei Dämmerung, was wiederum bei den ersten, am Ufer auftauchenden Motiven hohe ISO-Werte unvermeidbar machten. Die Herausforderung: vom fahrenden Boot aus Motive zu fotografieren, die sich zu allem Übel teilweise auch selbst bewegt haben (u.a. entgegenkommende Boote)! Also: Verschlusszeiten auf 1/320sek oder kürzer und offene Blende (ich wusste, dass ich mich bei beiden Olympus-Objektiven darauf verlassen konnte, auch bei offener Blende ausgezeichnete Schärfe zu erzielen). Je nach Lichtverhältnissen und Motiv ergaben sich am frühen Morgen dadurch ISO-Werte von oftmals 6400.

Die Kombination aus Panasonic G9 und Olympus 40-150 Pro hat meine Erwartungen übertroffen. Die Ergebnisse sind sehr gut – selbst bei ISO 6400 entstehen noch gut brauchbare Aufnahmen.

Der Autofokus sorgt trotz der widrigen Lichtverhältnisse für eine hohe Trefferquote, konzentriertes Ausrichten der Kamera und richtigen AF-Modus vorausgesetzt. Die AF-Geschwindigkeit ist auch beim automatischen Nachführen nie ein kritischer Faktor gewesen, im Gegenteil.

Der Joystick ist sehr hilfreich, leider nervt gelegentlich die fehlenden Möglichkeit, das AF-Feld auch diagonal zu bewegen, wenn es schnell gehen soll (und man es so von der EOS 5D Mark III so gewohnt ist)…

Also: voll Punktzahl für diese Kombination!

Meine Einstellungen:

  • G9 und 40-150 Pro
  • Blendenautomatik mit Verschlusszeiten zwischen 1/250 und 1/500 Sekunden
  • AF-S und AF-C je nach Bedarf, AF-C insbesondere bei entgegenkommenden Booten (hier besonders genial: Der kleine Umschalter unterhalb des rechten Daumens, den man blind bedienen kann)
  • AF-Messfelder meist Ein-Feld – eher klein.
  • Langsame Serienbildeinstellung
  • Auto-ISO mit Begrenzung bei 6400 ISO
  • RAW-Aufnahmeformat
  • Video-Aufnahmeformat MP4 / 30fps (bei Verwendung des Fotomodus)

Im Ergebnis stellte sich heraus, dass bei den herrschenden Lichtverhältnissen ausschließlich Blende 2.8 gewählt werden muss, und die Auto-ISO-Automatik oft am Maximalwert „abgeregelt“ wird. Ist eben ein Edge-Case…