BackUp

Datensicherung auf Reisen: 5 goldene Regeln

Meist geht alles gut: man kommt von einer kurzen oder längeren Reise mit hunderten oder tausenden Fotos zurück, und alle Speicherkarten funktionieren wie am ersten Tag.
Aber wem schon einmal eine Speicherkarte mit vielen Erinnerungen unterwegs verreckt ist, oder wem die Festplatte des PCs – auf der eigentlich alle Daten zwischendurch schon gesichert waren – abgerauscht ist, wird sich nach einer guten BackUp-Stratege umschauen.
Auch der Autor dieses Beitrags hat schon viele Erfahrungen mit unterschiedlichen BackUp-Lösungen gemacht: Als Speicherkartenplatz noch teuer war, wurden sog. Memory Tanks angeschafft. Das Konzept war nicht unpfiffig. Eine Notebook-Festplatte wurde in ein kompaktes Gehäuse mit Slots für gängige Speicherkarten gesteckt, ein eingebauter Akku sorgte für Unabhängigkeit vom Stromnetz, sollte längere Zeit kein Netzbetrieb möglich sein. Highend-Vertreter dieser Zunft hatten sogar Farbdisplays an Bord, um eine erste Beurteilung der Bilder vornehmen zu können. Problem: die Geräte waren in der Anschaffung sehr teuer (bis zu € 1.000!) und die Bilder lagen Dan auch nur auf einer Festplatte, und das reicht nicht um vor Datenverlust gefeit zu sein.

Heute ist Speicherkartenplatz mittels „nichtflüchtigem Speicher“ wie in modernen SD- und CF-Karten erschwinglich – da liegt es nahe, auf Festplatten komplett zu verzichten. Je nach Dauer der Reise, Verwendung des RAW- oder komprimierenden JPEG-Formats und voraussichtlicher Anzahl der Bilder ist es finanziell vertretbar, sich mit einigen 32 GB Karten zu versehen und die komplette Reise auf einzelnen Karten zu dokumentieren. Aber wo ist dann das BackUp?

Meine Empfehlung für ausgedehnte Reisen
1. Ausreichende Speicherkarten, die den maximalen Speicherbedarf für 2 bis 3 Tage decken
2. Für die Datensicherung Kombination aus kleinem Netbook / Notebook und zusätzlicher externer Festplatte

Tipp: 5 Regeln beachten!

SD-Karten sind kompakt, günstiger in der Anschaffung als gleichgrosse CF-Karten und die meisten Notebooks verfügen über einen SD-Kartenslot, was die Datensicherung etwas vereinfacht.

Die 5 goldenen Regeln für ein sicheres BackUp:

  1. Sichere täglich!
  2. Halte Dich immer und an jedem Tag konsequent an Deine BackUp-Strategie!
  3. Sichere auf 2 unabhängigen Medien!
  4. Kontrolliere Deine Sicherung an jeden Tag!
  5. Bewahre die beiden Medien idealerweise an unterschiedlichen Orten auf und lösche erst die Daten auf den Speicherkarten, wenn Du 100% sicher bist, dass alle Bildergebnisse auf unterschiedlichen Speichermedien gesichert ist.

Zu 1: gewöhne Dir an, täglich, am besten am Abend im Camp oder Hotel, die Inhalte der Speicherkarten auf externen Medien, z.B. Festplatten, zusichern.
Zu 2: lege Dir eine individuelle BackUp-Strategie zurecht

Meine BackUp-Strategie – keep it simple

Auf Reisen sichere ich alle verwendeten Speicherkarten – und auch ggfs. auch neue Fotos und Videos von meinem iPhone – TÄGLICH (!) an JEDEM Abend (!) auf einem Notebook und gleichzeitig (!) auf einer externen Festplatte mit USB3.0-Anschluss. Und dabei werden die Dateien bereits umbenannt, mit Copyright- Informationen versehen und verschlagwortet!

Dazu nutze ich aktuell ein älteres Acer Notebook aus der Serie (mattes 11,8 Zoll Display, Dual-Core Pentium Prozessor, 4 GB RAM) mit Adobe Photoshop Lightroom. In Lightroom richte ich schon vor dem Start der Reise den Importvorgang so ein, dass

  • Alle Bilder und Videos umbenannt, verschlagwortet und auf der internen Festplatte gespeichert werden, und zusätzlich
  • gleichzeitig auf der angeschlossenen externen Festplatte gesichert werden.

Vorteil:
Schon während der Reise wird der – für meine Arbeitsweise obligatorische – Lightroom-Katalog gefüllt. Wenn Zeit vorhanden ist, kann ich schon Bilder sichten, bewerten und ggf. zum Löschen markieren. Zuhause wird dann direkt mit dem Katalog weitergearbeitet.

TIPP: Keine Bildbearbeitung bei schlechten Notebook-Bildschirmen

Auch wenn ich vor der Reise den Notebook-Monitor hinsichtlich Farbtreue und Helligkeitseinstellung kalibriert habe: von einer umfassende Bildbearbeitung auf einem Mittelklasse-Notebook ist abzuraten, denn die dort verbauten LCD-Panels sind einfach zu schlecht für eine reproduzierbare Bildbeurteilung.