Snapseed meets Marokko

Bildbearbeitung unterwegs – Workflow mit iPad und Snapseed

Fotoreise schnell und gut online dokumentieren

Auf einer Marokko-Fotoreise hatte ich den Auftrag, für den Anbieter und Auftraggeber die Tour täglich auf Facebook zu dokumentierten. Empfindliche Notebooks mit Festplatten als Speichermedium waren für die Bearbeitung keine Option, da die Reise durch rauhes Gelände mit Geländefahrzeugen von Land Rover ging. Ich hatte auch keine Lust, nachts viel Zeit mit Import und Verarbeitung via Lightroom auf dem Notebook zu verbringen, da wir meist erst am Abend unsere Unterkunft erreicht.

Daher entschied ich mich, gänzlich auf ein Festplatten-Backup zu verzichten. Stattdessen bestückte ich meine Canon Kameras mit je 2 Speicherkarten (SD und CF) – und ließ jede Aufnahme parallel auf beide Karten schreiben. Die CF-Karten definierte ich als „BackUp“ – so war hinreichende Sicherheit gegen Datenverlust gewährt.

Alle Bildern wurden auf jeweils beiden Karten im RAW-Format (Canon CR2) gespeichert (es gab keine Situationen, in denen besonders schnelle Speicherung und lange Bildserien im Dauerfeuer notwendig waren). Täglich sollten einige Highlights online publiziert werden – sofern die Herberge über einen WLAN Hotspot verfügte (was in 70% der Fall war) und / oder ein hinreichend schnelles Mobilfunknetz vorhanden war (im und südlich des marokkanischen Atlasgebirges 0%).

Im Reisegepäck befanden sich für diesen Zweck:

  1. iPad Air mit 128 Gb Speicher
  2. Apple SD-Karten Adapter für den Lightning-Anschluss (oder alternativ Apple Lightning to USB Camera Adapter)
  3. SD-Karten aus der Kamera
  4. Google Snapseed App für iOS:

Seit der Übernahme des Bildbearbeitungsspezialisten Nik Software durch Google wird sowohl die beliebte App für Android und iOS als auch das Software-Paket für Windows kostenlos angeboten. Die Software ist hervorragend auf die Touch-Bedienung von Tablets und Smartphones angepasst und bietet für die Bildverbesserung viele Tuning-Möglichkeiten. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit ist – moderne Apple-Hardware vorausgesetzt – ausgesprochen hoch.

Snapseed meets Marokko

Snapseed meets Marokko

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Snapseed meets Marokko

Snapseed meets Marokko

Snapseed meets Marokko

Snapseed meets Marokko

Snapseed meets Marokko

 

Meine Empfehlung für einen schnellen Workflow

  1. Importieren der relevanten Bilder aus direkt aus der Kamera (via Lightning to USB Camera Adapter) oder von der SD-Karte (via Lightning to USB Adapter) auf das iPad. Dabei beschränke ich mich auf die Highlights – leider ist die Voransicht nur in Thumbnail-Größe möglich und nicht immer optimal zu beurteilen. Um Speicherplatz auf dem iPad zu sparen, wurden nur jeweils einige Dutzend Aufnahmen übernommen. Die Bilder bleiben auf der Speicherkarte
    Hinweis: iPads und iPhones verarbeiten mittlerweile auch viele gängige RAW-Formate, u.a. CANON CR2, Nikon NEF … (mehr Infos hier)
  2. In Snapseed eine Datei importieren: Öffnen > Fotoarchiv > Letzter Import
  3. Basisbearbeitung mit ‚Feinabstimmung‘: Helligkeit, Kontrast, Sättigung etc. – leider fehlt ein Histogramm zur Beurteilung der Helligkeitsverteilung im Bild.
  4. Ausrichten und Drehen / Zuschneiden
  5. je nach Bedarf Einsatz der vielfältigen vordefinierten Filter, z. B. ‚Drama‘, ‚Grunge‘ oder ‚Vintage Filmtypen‘. Die Ergebnisse der meisten Filter sind bemerkenswert gut, auch wenn man vielleicht die perfekten Ergebnisse noch besser nach der Reise am heimischen Rechner in Photoshop und/oder Photoshop Lightroom zaubert.
  6. Das Endergebnis wird als neue Bilddatei exportiert. Das Original bleibt unangetastet. Die bearbeitete Version wird – sobald ein Datennetz in der Nähe ist – zum Blog, Facebook oder Flickr hochgeladen.
    FERTIG!

Habt Ihr andere Konzepte?

Gibt es Alternativen zu Snapseed?

Kommentare sind willkommen!