LEICA M – Landschaftsfotografie in Schwarzweiß

„Konzentration auf das Wesentliche: Mit der M10 am Weststrand.“…

So könnte man das Motto des Workshops bezeichnen, den ich im Rahmen des Umweltfotofestivals „Horizonte Zingst“ 2019 gebucht hatte. Offizieller Titel: “ Fotografieren in Schwarzweiß – Mit dem Fahrrad von Zingst zum Weststrand“. Dieser Workshop wurde mit Unterstützung von Leica durch Leihequipment und Begleitung fachkundiger Trainer durchgeführt. Das schöne daran: Endlich konnte ich mal mit der Kamera fotografieren, die ich vor über 20 Jahren als „Produktmanager M“ als Konzept beschrieben und gefordert hatte: Eine digitale M!

Mit dem Wetter hatten wir – trotz gegenteiliger Vorhersage – Glück, und so entstanden in den Nachmittagsstunden am Strand und im Darß-Wald des Nationalparks „Vorpommersche Boddenlandschaft“ einige schöne Aufnahmen mit der LEICA M10 und dem Super-Elmar-M 3,4/21 mm Asph.

Resümee nach 3 Stunden Fotografie am Ostseestrand:

Die „M“ zwingt den Fotografen zur Bedächtigkeit. Nicht Langsamkeit.

Von 1995 bis 1998 war ich als Produktmanager bei LEICA CAMERA in Solms für das „M System“ zuständig. Das erste Konzept und Pflichtenheft einer digitalen LEICA M stammt sogar von mir.

Nach rund 20 Jahren fotografiere ich mit dem Nachfolger der M6 / M6 TTL, die ich damals „gemanaged“ habe. So war ich nicht ganz unvorbelastet, als ich erstmals zur digitalen M griff.

Der digitale Visoflex Aufstecksucher schlug mir die Brücke zwischen der – seinerzeit gewohnten – Meßsucher-Scharfstellung und einer digitalen Bildkontrolle von Belichtung, Schärfe und Bildausschnitt, was aufgrund der verwendeten 21mm Brennweite (diese Brennweite wird nicht vom M-Meßsucher durch Einspiegelung von Bildfeldrahmen abgedeckt) notwendig war.

So fühlte sich die M10 zwar nicht mehr so archaisch, besser: „puristisch„, an wie eine M6, aber trotzdem fühlte sie wie eine M an. Und – vielleicht auch der mangelnden Routine mit dieser Kombination aus Focuspeeking und „anderer“ Belichtungskontrolle geschuldet – wurde ich im positiven Sinne ausgebremst. Mehr Nachdenken, längere Suche nach dem richtigen Standort und Bildwinkel = Entschleunigung. Und am Ende: bessere Bildergebnisse.

116 mal habe ich in drei Stunden den Auslöser gedrückt (u.a. um die Wellen im richtigen Moment zu treffen) – die Trefferquote war im Verhältnis zur Anzahl der Aufnahmen sehr hoch.

Werde ich mir die M10 kaufen? Nicht kurzfristig, aber ich bin mal wieder „angefixt“, und rufe wohl demnächst mal meine Ex-Kollegen in Wetzlar an… ;-)